Altklarinette / Bassetthorn

Mittlere Lage: Altklarinetten und modernes Bassetthorn

Bild: Altklarinette

Die Alt-Klarinette und die moderne Form des Bassetthorns sehen sich sehr ähnlich, es handelt sich um tiefe Klarinetten (in Es bzw. in F). Heute haben sie den charakteristischen Knick in der Birne, die meist aus Metall ist, und einen Metall-Trichter wie eine Bassklarinette. Dadurch sind sie nicht viel länger als eine B-Klarinette und werden meistens frei gehalten (manchmal mit einem Halsband), während Bassklarinetten mit einem Dorn auf dem Boden stehen müssen (zum Halten sind sie zu schwer). Trotzdem haben viele Altklarinetten auch noch einen Dorn.

Altklarinetten

Die Altklarinette ist in Es notiert. Sie wird regelmäßig in der symphonischen Blasmusik gespielt, aber kaum in der Klassik. Der sonore Klang bei immer noch praktischer Größe und interessantem Aussehen macht sie zu einem attraktiven Instrument. Da sie aber nur in vergleichsweise geringen Stückzahlen hergestellt wird, ist sie vergleichsweise teuer. In letzter Zeit tauchen daher immer mehr billige Kunststoff-Instrumente aus asiatischer Produktion im Internetversand auf.

Darüber hinaus gibt es nur wenig attraktive Literatur für dieses Instrument. Der pfiffige Altklarinettist weiß sich da aber zu helfen: Das Instrument ist in Es notiert und in soweit kann man alles spielen, was ein Altsaxophon auch kann. Und Arrangements für Altsax gibt es wie Sand am Meer, zum Teil auch sehr gute.

Bassetthorn - Mozarts Lieblingsinstrument

Das Bassetthorn gibt es im wesentlichen bei einem einzigen Komponisten, aber das war Wolfgang Amadeus Mozart; und es war eines seiner Lieblingsinstrumente. Allein schon deshalb wird das Bassetthorn nie ganz aussterben.

Hierzu schreibt unser Leser Othmar Kruse, Bassetthornist aus Hamburg:

"Ohne Bassetthorn keine Zauberflöte und kein Requiem von Mozart! Mozart hatte ein besonderes Verhältnis gerade zu diesen Klarinetteninstrumenten, davon zeugen unter anderem auch die "Maurerische Trauermusik" sowie die textlich etwas "rustikalen" Notturni für 3 Gesangsstimmen und 3 Bassetthörner. Bassetthörner gab es übrigens in den Stimmungen in F und in G. Schwer in Mode kamen diese Instrumente dann Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert hauptsächlich in der Kammermusik, spärlich waren dagegen die Orchesterpartien (Beethoven: Balletmusik zu "Geschöpfe des Prometheus", Mendelssohn, Dvorak). Später gerieten diese wieder in Vergessenheit, bis Richard Strauss die Bassetthörner "wieder entdeckte".

Das berühmte Klarinettenkonzert KV 622 in A war - soweit man heute annimmt - ursprünglich für eine historische Bassettklarinette (vermutlich ähnlich einem Bassetthorn, und nicht zu verwechseln mit der modernen Bassettklarinette) in A geschrieben und nicht für die A-Klarinette, mit der es dann im bis in die Mitte des 20. Jahrhundert regelmäßig gespielt wurde. Einzelne Passagen gingen im Original so tief hinunter, dass es mit der A-Klarinette unmöglich spielbar ist. Daher schrieb man das Stück nachträglich um. Mozart wusste genau, wie der Tonumfang der Instrumente war, für die er schrieb.

Historische Bassetthörner

Es sind diverse historische Bassetthörner erhalten (man kann sie in Berlin im Musikinstrumentenmuseum bewundern, siehe Bild), sie haben zum Beispiel einen Knick in der Mitte mit einem kastenförmigen Verbindungsstück (dem "Buch"), oder der untere Teil ist wie bei einem Waldhorn gebogen (woher wohl auch der Name kommt). Diese Formen rühren alle daher, dass man Schwierigkeiten hatte, genügend lange und trotzdem effektive Klappen zu bauen - zu Mozarts Zeiten waren die modernen Klappen ja noch nicht erfunden.

Bassettklarinette

Die moderne Bassettklarinette ist weniger ein Bassetthorn als eine erweiterte A- bzw. B-Klarinette,
siehe hierzu A- und B-Klarinette.




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