Probleme lösen

Kleine Reparaturen, Wartung und Pflege

Tausend Sachen können geschehen, die einem das Spielen erschweren oder unmöglich machen - und meist passiert das kurz vor einem Konzert, wenn kein Instrumentenmacher in der Nähe ist, und wenn dafür auch keine Zeit mehr wäre. "Selbst ist der Klarinettist" (oder natürlich auch die Klarinettistin) gilt hier - und mit etwas Geschick und Überlegung ist vieles möglich.

Man muss sich lediglich vorsehen, mit überstürzten Selbsthilfemaßnahmen nicht ernsten Schaden anzurichten, den dann der Instrumentenbauer später teuer ausbügeln muss.

Was kann man selbst machen?

Typische Probleme:

Es quietscht, Töne kommen nicht - gezielte Fehlersuche
Undichte Klappen finden
Lose Schrauben wieder anziehen
Verbogene Klappen exakt ausrichten
An Klappen Federkraft erhöhen oder ersetzen
Polster ersetzen bzw. nachstellen
Korken an Klappen ersetzen bzw. nachstellen
Zapfen kurzfristig dicht bekommen
Korken an Zapfen ersetzen
Was tun bei gebrochenen Klappen?
Was tun bei Rissen im Holz?
Schäden am Mundstück erkennen
Wischer im Instrument steckengeblieben?

Damit es erst gar nicht zu Problemen kommt: Wie pflege ich mein Instrument?

Was sollte man als "Erste-Hilfe-Koffer" immer dabeihaben?

Dem Thema "Blätter bearbeiten" ist ein eigener Abschnitt gewidmet.


Töne "kommen nicht richtig" oder es quietscht - typische Ursachen

Wenn ein oder mehrere Töne nicht richtig anpsprechen oder quietschen, kann das an vielen Dingen liegen. In der Praxis gibt es aber vor allem drei Gründe:

  1. Das Blatt ist zu schwer, zu leicht oder ungleichmäßig schwer
  2. Ein oder mehrere Tonlöcher "oberhalb des Tons" werden nicht richtig geschlossen
  3. Das Tonloch "unterhalb" wird nicht richtig geöffnet

Um die Ursache möglichst schnell zu finden, gehst Du in einzelnen, systematischen Schritten vor. Zuerst probierst Du ein anderes Blatt - das geht am schnellsten. Hinweise auf Probleme mit Blättern findest Du hier. Wenn das nichts bringt, überprüfst Du kurz das Mundstück nach Kratzern auf der Bahn (Auflagefläche). Wenn da alles in Ordnung ist, liegt es vermutlich an den Klappen. Mehr zum Hintergrund zu Klappen und Tonentstehung findest Du in Abschnitten Klappen und Wie ein Ton entsteht.

Zum grundsätzlichen Verständnis vorneweg: Wenn Du einen bestimmten Ton auf der Klarinette spielst, dann öffnest Du die "unter dem Ton" liegenden Klappen, während die darüber geschlossen sind. Das bestimmt die Länge der schwingenden Luftsäule, die die Ton ergibt - vergleichbar mit der Länge einer Gitarrensaite; je länger, desto tiefer wird der Ton. Öffnest Du eine höher liegende Klappe auch nur ein kleines Bisschen, dann entweicht ein Teil der Druckwelle bereits hier, wird von der Umgebungsluft reflektiert und schwingt in die Bohrung zurück - und die bisher akustisch saubere Schwingung vermischt sich, wird unsauber - es "schraddelt". Bei der Gitarrensaite hättest Du einen ähnlichen Effekt, wenn Du am oberen Ende einen leichten Gegenstand (z.B. Plektron) gegen die Seite hältst, aber ohne sie ganz gegen den Steg zu drücken. Dann würde bei der Gitarrensaite die eigentliche Schwingung weitergehen, aber ein Teil der Schwingungswellen würde an dieser Stelle reflektiert, mit ähnlichem Ergebnis. Je weiter Du nun die höhere Klappe öffnest, desto mehr klingt es dann nach dem höheren Ton. Das ist genau der Effekt, wenn Klappen nicht richtig schliessen - da reicht eine ganz kleine Undichtigkeit. Wie Du jetzt vorgehst, wird unten beschrieben.

Beim umgekehrten Problem geht eine Klappe nicht weit genug auf. Als ausreichend weit auf gilt eine Klappe, die etwa ein Drittel des Tonlochdurchmessers hoch geht. Aus einer nicht ausreichend geöffneten Klappe kann die Druckwelle nicht ausreichend austreten, und ein hörbar großer Teil der Welle bildet sich bis zum nächsten offenen Tonloch. Wieder haben wir mehrere klingende Wellen, die nicht harmonieren. In diesem Fall gibt es aber meist nur Probleme mit einem Ton, denn öffnet man die nächst höhere Klappe, und geht die ausreichend weit auf, wirkt sich die zu kleine Öffnung nicht mehr aus. Das Problem besteht also genau bei dem Ton über der Klappe, die nicht weit genug aufgeht. Wie Du jetzt vorgehst, wird unten beschrieben.

Eine nicht völlig schliessende Klappe finden

Für eine erste Überprüfung des ganzen Instruments brauchst Du jemanden, der Dir hlft. Am besten gleich ein anderer Klarinettist, da versteht man sich besser. Lass' Ober- und Unterstück zusammen, aber entferne Mundstück und Stürze. Du greifst den tiefsten Ton - also sollten jetzt alle Klappen geschlossen sein. Dabei achtest Du darauf, dass die Klappen nur mit dem normalen Druck geschlossen werden, mit dem Du auch beim Spielen drückst und nicht extra stark - sonst würdest Du eventuell kleine Öffnungen, die durch eine geringe Schiefstellung der Klappe entstehen, nicht entdecken, weil die Klappen mit genug Kraft auf die Tonlöcher gepresst werden. Dein Helfer schließt die untere Öffnung mit der Hand. Du bläst möglichst geräuschlos in die Klarinette, als wolltest Du sie aufblasen. Du fängst nicht ganz so stark an, und wirst dann stärker. Zischt es jetzt irgendwo, auch bei wenig Druck? Wenn ja, müsst Ihr jetzt nur noch diese Klappe finden. Man geht mit dem Ohr die Klarinette auf und ab, drückt eventuell auch auf den einen oder anderen "verdächtigen" Klappendeckel. Oft ist auch nicht nur eine Klappe betroffen, also die Klappe mit dem lautesten Zischen kräftig zudrücken und weitersuchen.

Dazu sollte man wissen: Geschlossene Klappen gehen beim starken Luftdruck in der Klarinette auch ganz von selbst auf, wie ein Überdruckventil an einem Druckkessel. Das ist natürlich - besonders bei den großen Klappen weiter unten, es darf aber nur bei erheblichem Druck passieren. Deshalb fängt man auch ganz vorsichtig an.

Mit einem normalen Weinkorken (bei Bassklarinette: Champagnerkorken sind größer) kann man das Instrument auch einfach unten verschließen, dann kann eine Hilfsperson hineinblasen (man hat dann beide Hände frei, um die Klappen selbst kräftig zuzudrücken). Vorsicht: Der Korken darf nicht zu stramm sitzen, sonst kann man sich schnell einen Riss einfangen. So kann man zur Not auch Ober- und Unterstück einzeln ohne Hilfe untersuchen, aber mit Hilfe ist es wirklich viel einfacher. Manchmal ist auch gerade die Verbindung zwischen Ober- und Unterstück Teil des Problems.

Leider hängen viele Klappen in ihrer Mechanik zusammen und das Problem zeigt sich vielleicht dann nicht, wenn alle Klappen geschlossen werden. Deshalb werden wir jetzt das systematische Vorgehen kennenlernen, das wir anwenden, wenn die allgemeine Dichtigkeitsprüfung nichts findet.

Von einer undichten Klappe betroffen sind alle Töne, bei denen Du Klappen unterhalb der undichten Klappe öffnest. Auf Töne oberhalb der undichten Klappe hat das natürlich keine Auswirkung. Wenn Du also eine chromatische Tonleiter in mittlerer Lautstärke im tiefen Register von von oben "B" bis unten spielst - einzelne Töne anstossen - und vom C abwärts die Töne schlecht ansprechen, es darüber aber kein Problem gab, liegt das Problem vermutlich bei der untersten gerade geschlossenen Klappe. Manchmal auch bei der direkt darüber. Und man muss genau hinsehen: Für einige Töne gibt es zwei Klappen - die zweite ist dann eine Hilfs- oder Trillerklappe, die normalerweise geschlossen ist.

Wir überprüfen jetzt mögliche Ursachen in der Reihenfolge der Schwere der zur Lösung nötigen Eingriffe, danach werden die einzelnen Eingriffe beschrieben:

  1. Kommt man beim Greifen versehentlich gegen einen Heber oder die Klappe selbst,
    so dass sie unabsichtlich etwas geöffnet wird - ist gar nicht so selten?
  2. Sind Ober- und Unterstück so gerade zusammengesetzt, dass Klappenmechanik, die zwischen beiden Instrumenten verbunden ist, exakt funktioniert? (das gibt es nicht bei allen Instrumententypen)
  3. Sind Schrauben locker, die die Achse einer Klappe (und eventuell auch ihre Nachbarklappen) halten oder drehen sich die Achsen von Drehklappen nicht leicht genug?
  4. Ist die Federkraft von Klappenfedern ausreichend, um Klappen ausreichend zu schließen oder zu öffnen?
  5. Ist ein Klappenpolster spröde und damit nicht mehr dicht oder lose?
  6. Sind die kleinen Regulierungspolster an der Mechanik durch langen Benutzung abgeflacht lose?
  7. Ist eine Klappe verbogen?

zu 3.: Lose Schrauben fixieren, Achsen leichtgängig machen

Es gibt eine ganze Menge kleiner Schrauben an Deinem Instrument, zum Teil sind sie irgendwo verdeckt. Wenn eine Schraube lose ist, wird die Mechanik nicht mehr richtig gehalten, hat zu viel Spiel und kann nicht mehr perfekt arbeiten. Wenn eine Achse etwas verbiegt, dreht sich die Mechanik nicht mehr leicht, und Klappen gehen nicht mehr vollständig von selbst zu; manchmal auch nur nicht ausreichend schnell, aber auch das kann Probleme verursachen - schnelle Tonwechsel gehen dann einfach nicht mehr.

Die meisten Schrauben und Gewinde sind speziell durch den Instrumentenbauer angefertigt (mit Gewindeschneider). Die gibt es dann nicht im Baumarkt, sondern wirklich nur beim Instrumentenbauer bzw. im Versand. Man kann unterscheiden zwischen Schrauben, die ins Holz gehen und Schrauben, die in einem Metallgewinde sitzen. Dann gibt es noch Schraubgewinde an Achsen der Klappen. Die Schrauben selbst sind meistens aus Stahl und hart. Die Gewinde aber, vor allem die im Holz und den Klappen aus Neusilber, sind weniger hart, oft sogar recht weich. Deshalb darf man die Schrauben nie mit Gewalt anziehen, die Gewinde würden sonst zerstört oder zumindest schnell beschädigt.

Alle paar Wochen (oder wenn zum Beispiel der Dirigent mal wieder endlos eine Streicherpassage erklärt) sollte man mal nachsehen, dass sie alle fest sitzen - dazu braucht man keinen Schraubendreher zu nehmen, da reicht ein Finger. Nur wenn die Schrauben lose sind, muss man natürlich mit einem passenden Schraubendreher 'ran - zu kleine Klingen sind Gift für den Schlitz in der Schraube! Einfaches Festziehen sollte reichen - auf keinen Fall übertrieben Kraft anwenden. Hier gilt leider der alte Technikerspruch: Nach "fest" kommt "ab" - beziehungsweise mit jeder übertriebenen Aktion wird das Gewinde beansprucht.

Besser wäre hier ein Tropfen Locktite (ein Schraubenkleber - gibt es in der Drogerie für Brillenschräubchen oder im besser sortierten Baumarkt). Das hält dann fast ewig, wenn der Kleber gehärtet ist, ist er spröde, lässt sich mit wenig Kraft wieder lösen (anders als Sekundenkleber, von dem man hier die Finger lassen sollte!) und hinterlässt fast keine Reste.

Mit der Zeit aber fressen die Schrauben an den Gewinden, und irgendwann muss eine etwas dickere Schraube verwendet werden, bzw. der Instrumentenmacher ein neues Gewinde schneiden. Das sollte man dann dem Instrumentenbauer überlassen.

Wenn eine Schraube verloren gegangen ist, kann man sich beim Instrumentenbauer neue besorgen. Vorübergehend hilft zur Not (!) auch ein Stück abgebrochenes Streichholz. Vorsichtige Typen haben immer eine Anzahl der üblichen Schräubchen in einer kleinen Dose im Erste-Hilfe-Koffer und den immer dabei..

Hilfswerkzeug - Schraube drücken
Hilfswerkzeug - Schraube drücken

Lange Achs-Schrauben zum Beispiel in einer Dreh-Klappe entfernt man übrigens niemals mit einer Zange! Zum einen gefährdet man damit das Holzstück und zum anderen dreht sich die Achse nachher nicht so gut, aufgrund der Kratzer, die entstehen. Man schiebt die Achse mit einem kleinen Hilfswerkzeug heraus, das man aus einem kleinen Feilengriff (gibt es im Werkzeughandel und im besseren Baumarkt) und einen Stück steifen Draht leicht selbst bauen kann.

zu 4.: Federkraft erhöhen oder ersetzen

Manchmal ist die Ursache für eine nicht ausreichend schließende oder öffnende Klappe, dass die Stahlfeder der Klappe an Kraft verloren hat. Bei Klappen, die standardmäßig geschlossen sind, also von Federn geschlossen werden und durch den Spieler geöffnet werden, muss der Federdruck stark genug sein, dass die Klappe vom Luftdruck in der Bohrung beim Spielen nicht - wie ein Überdruckventil an einem Kessel - angehoben wird. Passiert das, sollte die Federspannung erhöht werden.

Das kommt aber nicht oft vor, daher immer erst prüfen, ob es nicht an einer verbogenen, verkratzten, verrosteten oder sonst wie beeinträchtigten Achse liegt, oder die Klappe irgendwo schleift! Das Erhöhen der Federkraft ist dann nicht die ideale Lösung, geht aber am schnellsten (kurz vor dem Konzert!). Man erhöht die Federkraft, indem man die Feder, meist eine Flachstahlfeder oder eine Nadelfeder, entgegen ihrer "Drückrichtung" biegt - stärker, als sie ursprünglich gebogen war. Hier ist vorsichtig vorzugehen, gerade alte Blattfedern sind empfindlich und die kleinen Schrauben, mit denen sie befestigt sind, halten solche Aktionen auch nicht ewig aus - Zurückbiegen geht nur begrenzt oft. Natürlich kann man eine Feder später auch durch den Instrumentenmacher gegen eine stärkere ersetzen lassen.

Vorsicht: Nadelfedern werden aus Nähnadeln hergestellt, sind daher spitz und meist alles andere als steril!

zu 5.: Polster exakt ausrichten oder ersetzen

Damit eine Klappe exakt arbeitet, muss ihr Polster im geschlossenen Zustand das Tonloch völlig dicht abschliessen und im offenen Zustand muss sie sich ausreichend weit öffnen - ausreichend heißt, die Klappe geht mindestens um einen Drittel des Bohrungsdurchmessers nach oben. Beides müssen wir für eine Klappe prüfen. Die meisten Klappen haben einen Heber, mit dem man sie bedient, aber es gibt auch Klappen, die mit einer komplizierten Mechanik bedient werden, sie reagieren also auch auf die Bewegung anderer Klappen. Schraubt man an der Mechanik herum, kann das schwer absehbare Auswirkungen auf mehrere Klappen haben. Bevor man den Schraubendreher ansetzt oder gar Klappen biegt, sollte man sich die Mechanik des Instrumentes genau ansehen und sicher sein, dass man genau weiß, was man hier tut.

Oft geht das Problem mit einem nicht exakt ausgerichteten Polster auch beim Spielen etwas zurück, weil sich beim Spielen Feuchtigkeit im Instrument sammelt und dieses Wasser sehr kleine Undichtigkeiten an den Klappen verschliesst. Bei Lederpolstern - das sind die am weitesten verbreiteten Polster - kommt hinzu, dass sie beim Spielen durch die Feuchtigkeit weich werden und beim Trocknen wieder hart und spröder. Irgendwann einmal, je nach Lage der Polster (weiter oben schneller; typisch: alle ein bis zwei Jahre, bei den Klappen der tiefen Töne langsamer eventuell 2 - 5 Jahre) werden Lederpolster unbrauchbar. Das gute an Lederpolstern ist, dass sie durch die Feuchtigkeit eben auch weich werden und sich dann der Tonlochform anpassen, so dass sie nach längerem Spielen ohne Zutun wieder gut schliessen. Tonlöcher für Klappen sind unterschnitten und haben zum Polster hin eine scharfe Kante, dadurch geht das relativ einfach. Man kann den Effekt im Notfall mit warmem Wasser oder Spucke beschleunigen - reichlich Anfeuchten, etwas warten bis das Leder durchgeweicht ist und dann mit mäßiger Kraft die Klappe auf das Tonloch drücken. Dabei drückt man direkt auf den Klappenlöffel mit dem Polster und nicht über eventuell vorhanden Hebermechanik.

Bild: Polster mit Siegellack befestigen
Polstern mit Siegellack

Wenn man aber Kunststoffpolster (zum Beispiel Silikon) hat, passt sich das Polster nicht an. Auch bei erhebliche Verbiegung muss man das Polster neu ausrichten, das geht durch neu Polstern oder Biegen der Klappe. Dabei kann beim Biegen mit viel Pech die Klappe brechen, deshalb ist das neu Polstern vorzuziehen - nur wenn es wirklich schnell gehen muss (zum Beispiel direkt vorm Konzert), bleibt nichts übrig, als die Klappe zu biegen - aber auch dann VORSICHTIG und in kleinsten Schritten.

Das Polstern beziehungsweise das Nachstellen der Polster ist aufwändig und erfordert etwas Geschick, aber es läßt sich lernen und mit etwas Erfahrung und Überlegung ist es gut hinzubekommen. Polster in allen Größen sind selbst im mäßig gut sortierten Handel (natürlich auch im Versand) zu bekommen.

Meist ist das Polster mit Hilfe von weißem Siegellack oder Heißkleber in einer löffelartigen, großzügig passenden Vertiefung der Klappe eingeklebt. Siegellack wird bei Hitze (über einer Kerzenflamme) flüssig, Heißkleber in der Pistole (aber man kann ihn auch mit einer Flamme wieder flüssig bekommen, wenn man im Notfall keine Heißklebepistole dabei hat).

Du brauchst folgende Hilfsmittel:

  • Einen genügend großen, leer geräumten Tisch mit heller Beleuchtung
  • Benötigte Polster in entsprechenden Grössen, besser gleich ein paar mehr
  • Ein Set Schraubendreher
  • Eine Dose für die kleinen Schrauben, damit sie nicht verschwinden - alternativ (besser) knickst Du einen Tesafilm an beiden Enden um und klebst ihn mit der Klebeseite nach oben auf ein festes Stück Papier, dann klebst Du die gelösten Schrauben in der Reihenfolge nacheinander drauf - damit ist klar, in welcher Reihenfolge sie wieder zurück müssen.
  • Siegellack, Kerze und Feuerzeug für Siegellack oder Heißluftgebläse und Heißklebepistole

Man geht wie folgt vor:

  1. Die betroffene Klappe genau ansehen und Befestigung einprägen, insbesondere auf die ungefähre Lage und Stellung des Polsters im Klappenlöffel achten: Liegt es mittig und plan zur Klappenoberfläche oder anders? Wenn Du das das erste Mal machst, kann ein detailliertes Foto oder eine Fotokopie der Klarinette beim späteren Zusammensetzen extrem hilfreich sein!
  2. Klappe losschrauben - eventuell vorher andere, behindernde Klappen entfernen
  3. Den Kleber oder Siegellack langsam "auf kleiner Flamme" anschmelzen - er wird erst zähflüssig, dann flüssig, und dann fängt er an zu kochen (Blasen); wenn man mit einer Kerzenflamme arbeitet, kocht er schnell unten, während er oben noch hart ist! Ausserdem kann eine volle Flamme an der Klappe das Silber buchstäblich verbrennen!
  4. Wenn wir gleich das Polster ersetzen wollen, entfernen wir es jetzt. Vorsicht, die Klappe ist heiß! Weil immer ein bisschen Kleber am Polster bleibt, setzen wir jetzt mit ein bisschen Kleber ein neues Polster ein. Wenn das neue Polster flacher als das alte ist, benötigen wir noch einen zusätzlichen Schuss Kleber.
  5. Das Polster wird in der Lage ausgerichtet, das sollte man in kleinen Schritten tun - dabei darauf achten, dass man das Polster nicht zu sehr in die Klappe hineindrückt
  6. Solange der Kleber zäh ist, kann man die Klappe schnell einsetzen und die Lage des Polsters überprüfen, kleinere Veränderungen sind noch bis eine knappe Minute möglich und werden dann durch den abkühlenden Kleber schnell schwerer
  7. Wenn das Polster perfekt sitzt, alle Klappen in umgekehrter Reihenfolge wieder. Bei der Gelegenheit eventuell gleich Schrauben und Achsen (mit nicht verharzendem Öl, z.B. Nähmaschinenöl) ölen.
  8. Prüfen, testen, spielen

WARNUNG: Nie die Klappe im montierten Zustand an der Klarinette selbst erhitzen! Manche Profis machen das zwar, weil es natürlich schnell geht und das Ausrichten des Polsters dann ganz einfach ist, nur die haben ein geregeltes Warmluftgebläse und mehr Erfahrung, wie man kann die Hitze am besten vom Holz weghält. Es besteht die Gefahr, dass das Holz durch die lokale Erhitzung reißen könnte.

Polster aus reinem Silikon, die für ganz feuchte Stellen (oberste Klappen) praktisch sind und sich nie verändern, kann man so allerdings nicht versetzen, denn an Silikon haftet nichts (außer speziellem Silikon). Bessere Silikonpolster haben deshalb auf der Rückseite auch ein klebbares Material, so dass sie sich dann klassisch mit Siegellack oder Heißkleber einsetzen und versetzen lassen.

Korken an Klappen ersetzen bzw. nachstellen

An den Klappen sind zum abpolstern - wo Metall auf Holz trifft - und zum Teil auch zur Feinregulierung Korkstücke gesetzt. Die Bedeutung dieser Polster bezüglich der Stimmung des Instruments sollte man nicht unterschätzen. Kork ist zwar elastisch, aber mit der Zeit wird er immer flacher, und die Elastizität nimmt ab. Irgendwann klappern die Klappen und schließen die Polster nicht mehr. dann wird es Zeit, sie zu ersetzen. Handwerklich ist das keine grosse Herausforderung - es ist Fummelarbeit, weil die Polster so klein sind. Das eigentliche Problem liegt in der Hebelwirkung bei einigen Klappen: kleinste Veränderungen können grosse Effekte haben; durch die Mechanik kann ein Korkpolster auch auf mehrere Tonlöcher wirken - also erst mal ansehen, was man vorhat, damit man genau versteht, wie sich was auswirkt!

Man kann Korken gut schneiden (am besten mit einem Skalpell - aus der Apotheke oder dem Künstlerbedarf), schleifen und Kleben (zum Beispiel mit Kontaktkleber wie Pattex).

Man erhält den Korken in kleinen Platten beim Instrumentenhandel oder beim Künstlerbedarf in verschiedenen Stärken. Ausreichend ist für uns eine Platte 0,5 mm, eine mit 1 mm und eine mit 2 mm. Alles dickere kann man z.B. aus einem guten(!) Weinkorken schnitzen. Der billige Press-Kork, der heute oft in Weinflaschen verwendet wird, krümelt zu stark und ist nicht ausreichend elastisch. Ausgezeichnet geeignet ist der untere Teil der pilzförmigen Sekt- und Champagnerkorken. Um ein paar zu bekommen, muss man nicht unbedingt eine teuere Champagnerparty machen, man darf für eine kleine Spende bestimmt auch die Korkensammlung im dritte-Weltladen um die Ecke plündern :-), dort wird Kork als wertvoller Rohstoff zum Recycling gesammelt.

Man schneidet den Korken im benötigten Maß zu, lässt ihn aber etwas dicker und klebt ihn an die Klappe - dabei die Kontaktkleber-Anleitung beachten (wenn da steht: eine Viertelstunden trocknen lassen, dann sollte man das berücksichtigen). Dann schleift man vorsichtig auf die korrekte Stärke ab, möglichst ohne am versilberten Metall mit herumzuschleifen. Das geht zum Beispiel gut mit feinen Nagelfeilen (aus der Kosmetikabteilung der Drogerie), praktisch ist auch ein Arzt-Spatel (aus der Apotheke), auf den man feines Schmirgelpapier klebt.

Verbogene Klappen geradebiegen

Wie oben gesagt: Biegen ist das letzte, was man tun sollte, Polster versetzen ist besser! Meist verbiegen Klappen, durch zu festes Zupacken bei Zusammenstecken (hätte man die Zapfen vielleicht doch mal wieder mit etwas Korkfett leichtgängiger machen sollen?). Auf jeden Fall: Die Klappe ist schief. Grundsätzlich ist das Biegen auch möglich, und bei geringen Verbiegungen passiert auch nichts schlimmes. Natürlich braucht man Kraft, aber das Neusilber hält es aus. Auch an der Versilberung passiert dabei in der Regel nichts.

Um festzustellen, ob eine Klappe mit ihrem Polster exakt ausgerichtet ist, muss man noch folgendes berücksichtigen: Wenn das Polster im geschlossenen Zustand der Klappe genau plan auf der Bohrung aufliegt, "schwebt" es im offenen Zustand nicht mehr planparallel über der Bohrung, sondern schräg: Die Klappe, auf der das Polster aufgeklebt ist, öffnet sich ja in einer Kippbewegung. Nur routinierte Instrumentenbauer können einer offenen Klappe ansehen, ob sie exakt ausgerichtet ist.

Vorher muss man natürlich das Teil genauestens auf Anzeichen feiner Haarrisse untersuchen. Insbesondere an Stellen, an denen Teile zusammengelötet sind (zum Beispiel der lange Klappenarm und der Löffel, also das Teil, in dem das Polster liegt) ist eine Klappe empfindlich. Auch die Lager, in denen die Klappen befestigt sind, insbesondere deren Verbindung mit dem Holz, muss geschont werden. Man denke also noch einmal kurz nach, bevor man Gewalt anwendet. Und es gilt: lieber mehrmals ein bisschen biegen als einmal hin- und einmal zurück.

Darüber hinaus muss man die Klappen, an denen man biegt, darauf überprüfen, ob sie außer dem Polster, um das es geht, nicht noch andere Klappen ansteuern, und den Effekt hierauf berücksichtigen. Korken, die Klappen stoppen oder abpolstern, lassen sich, wenn genug Zeit ist, so oft erneuern wie man will. Im Gegensatz dazu lassen sich Klappen nicht endlos oft hin- und herbiegen - irgendwann brechen sie.

Zapfen kurzfristig dicht bekommen

Wenn ein Zapfen nicht mehr dicht ist (was sehr selten vorkommt und sich in der Regel lange vorher ankündigt), oder zum Beispiel ein Mundstück einfach nicht passt und "schlackert", kann man im Notfall Papier um den Zapfen wickeln und es anfeuchten, bis das Teil wieder passt. Man muss hier vorsichtig sein, weil ein zu dick geratenes Mundstück das Oberstück aufbrechen kann. Oft hat deshalb der Teil, der den Zapfen aufnimmt, einen soliden Metallring außen.

Die Methode, den Zapfen dicht über eine Flamme zu halten (der Kork dehnt sich dann noch mal ein bisschen aus) ist doch recht riskant - ersetzen muss man den Korken sowieso, und kurz vor dem Konzert reicht die Papiermethode allemal. Stimmen durch Herausziehen des Mundstücks geht dann natürlich nicht.

Korken an Zapfen ersetzen

Das ist schon eine schwierige Operation und fällt eigentlich nicht mehr unter "einfache erste Hilfe". Man kann es aber doch mit etwas Geschick selbst machen. Aber Vorsicht: Die Kräfte beim Einsetzen eines zu dick geratenen Mundstückzapfens können das Oberstück reißen lassen! Am einfachsten ist es noch beim Mundstück. Ohne viel Übung dauert es etwa eine Stunde.

Was man dazu braucht:

  • Am aufwändigsten zu besorgen ist der Kork als Bogen - etwa 1 - 1,5 mm stark. Die Platten sind etwa so groß wie ein Briefumschlag. Prüf den alten Korken - etwas stärker ist gut (der Kork drückt sich noch zusammen). Korkplatten/blätter gibt es im Instrumentenzubehör und im Internetversand - die passen in Umschläge, und eignen sich gut zum Versenden.
  • Kontaktkleber - zum Beispiel Pattex oder Grenit
  • Ein wirklich scharfes, verwindungssteifes Messer, wie ein Skalpell oder ein kleines Teppichmesser
  • Ein Lineal mit Stahlkante
  • Frisches, feines Sandpapier
  • Ein kleines Brett mit gerader Kante, wie zum Beispiel eine Frühstücksbrettchen
  • Korkfett
  • Bleistift

Und so geht es:

  1. Entferne den alten Korken vorsichtig, möglichst am Stück. Schneide einmal vorsichtig den Ring auf, und pule dann mit den Fingernägeln.
  2. Miss die Stärke und Abmessungen des alten Korken. Wenn das alte Stück völlig verkrümelt ist, benutzt Du ein Stück Papier, um den Umfang abzumessen.
  3. Übertrage die Abmessungen mit Bleistift auf den neuen Korken und schneide das Stück aus. Achte darauf, dass die Schnittstellen senkrecht sind, vor allem an der Nahtstelle, also da, wo der Korkring geschlossen werden soll.
  4. Leg' den Korkring in das Bett und prüfe, ob er passt. Er sollte genau passen und kann in der Länge bis einen halben Millimeter zu kurz sein, weil er sich beim Anpressen dehnt. Wenn es so aussieht, als ob er nicht viel zu dick ist, kannst Du versuchen, das Mundstück mit umgelegten, aber nicht verklebten Kork in das Oberstück zu schieben, nicht vollständig und ganz vorsichtig, damit der Kork nicht gleich zerbricht!
  5. Wenn der Kork jetzt noch viel zu dick ist, klebst Du ihn mit Uhu (aber nicht mit dem Kontaktkleber) auf ein Brett und schleifst ihn vorsichtig etwas flacher. Gut funktioniert ein Schwingschleifer mit feinem Papier. Es ist viel leichter, ihn gleichmäßig flacher zu bekommen, wenn der Kork noch nicht auf dem Mundstück klebt. Nich übertreiben, er soll immer noch eher zu stark sein.
  6. Hat er ungefähr die richtige Stärke, wird er verklebt: Nach Anleitung des Klebers meist beidseitig auftragen, trocknen lassen und dann erst vorsichtig auflegen. Wenn alles passt, kraftvoll festdrücken.
  7. Ist der Korken jetzt noch zu dick, wird das Schleifpapier um die Vorderkante des Brettchens gelegt, und der Kork bei ständig gedrehtem Mundstück mit der Hand vorsichtig rundum abgeschliffen. Der Kork sollte möglichst überall gleich dick sein! Um die Bahn nicht zu beschädigen einfach ein altes Blatt aufbinden.
  8. Passt das Mundstück ins Oberstück, ohne Gewalt anzuwenden, dann kann man den Kork dick mit Korkfett eincremen. Dann gleitet er gut. Aber nicht einschmieren, wenn Du noch schleifen musst - das gibt eine Sauerei auf dem Schleifpapier! Das Mundstück über Nacht im Instrument lassen, der Kork wird etwas zusammengedrückt.
  9. Wichtig ist, dass man keine Gewalt anwendet! Ein zu dickes Mundstück kann ohne weiteres den Zapfen des Oberstücks sprengen! Viele Klarinetten haben aus diesem Grund um den Zapfen des Oberstücks einen Metallring, der genau das verhindern soll.

Solange der Korken neu und trocken ist, muss der Zapfen gut (also praktisch perfekt, auf keinen Fall sehr schwer) passen. Er wird sich durch Feuchtigkeit noch ein wenig ausdehnen, durch den Druck wird er mit der Zeit dann flacher. Korken regelmäßig fetten ist Pflicht!

Was hilft bei gebrochenen Klappen?

Eigentlich nur löten. Im Katastrophenfall kurz vor dem Konzert hilft bei einer nur mäßig stark belasteten Klappen manchmal auch Sekundenkleber oder 2-Komponenten-Kleber. Dann wird die Operation beim Instrumentenbauer aber komplizierter, weil der Kleber die Oberflächen bedeckt, an der der Instrumentenbauer löten muss. Brüche kündigen sich normalerweise an, es geht mit einem kleinen Haarriss los, irgendwann reagiert die Klappe "schwammig", und dann ist es Zeit, so schnell wie möglich zum Instrumentenbauer zu gehen.

Was hilft bei Rissen im Holz?

Risse im Holz sind ein ganz schwieriges Thema, das man dem Instrumentenbauer überlassen sollte. Kritisch ist vor allem, wenn eine Seite des Risses auf ein Tonloch zuläuft oder in die Bohrung, noch schlimmer, auf einen Zapfen zu. Wenn man da was falsch macht, kann sich der Klang verschlechtern bis hin zur Unbrauchbarkeit dieses Teils des Instruments.

Der Instrumentenbauer benutzt Spezialkleber, die tief in Risse eindringen, sie verkleben und dabei auch die Spalten schließen. Natürlich kann man auch selbst einen dünnflüssigen Sekundenkleber (Cyanacrylat) hineintropfen. Man nimmt einen, der nicht ganz so schnell trocknet, und möglichst den Spalt auch noch verschließt. Ist der Klebstoff in den Riss eingesickert, drückt man den Riss möglichst vollständig zusammen und hält das so, bis der Kleber völlig getrocknet ist (vorher experimentieren!). Im Zweifel drückt man auf der kritischen Seite des Risses (beim Tonloch oder der Bohrung). Zu zweit geht das natürlich einfacher.

Der Instrumentenbauer schabt dann (vorsichtig!) mit einer senkrecht gehaltenen Rasierklinge über den geklebten Riss, so dass eventuell überstehender Kleber abgeht. Mit Glück sieht man dann fast nichts mehr. Noch etwas liegen lassen, weil der Kleber tief innen im Riss und in den Poren eventuell noch nicht komplett ausgehärtet ist.

Man hat beim selbst Kleben aber immer die Gefahr, dass - wenn es nicht gut klappt - die Poren des Holzes verschlossen werden. Wenn man dann später doch zum Instrumentenbauer gehen muss, wird dessen Klebstoff, nicht mehr so gut haften.

Nicht geeignet sind Kleber, die sich beim Aushärten zusammenziehen (wenn z.B. ein Lösungsmittel verdampft), weil der Riss dann eventuell wieder aufreißt. Das Holz von Klarinetten - meist Grenadill - ist hart und meist geölt (da halten die meisten Kleber ohnehin nicht). Und wenn erst einmal Öl in den Riss eindringt, kann man nicht mehr viel tun.

Ein Instrumentenbauer kann Risse auch klammern oder das Holz durch Metallringe stabilisieren. Das sieht man manchmal bei alten Instrumenten. Es muss den Klang nicht unbedingt verschlechtern, vor allem, wenn diese Massnahmen nicht die Bohrung selbst berühren. Aber es gibt keine Garantien, dass es klappt. Manchmal hilft nichts und man braucht ein komplett neues Ober- oder Unterstück.

Schäden am Mundstück erkennen

Wenn auf der Bahn, also dem Bereich, wo das Blatt aufliegt und schwingt, auch nur leichte Kratzer sind oder innen im Mundstück Kratzer, dann kann das gravierende Folgen für den Klang haben (ständiges Quietschen, Probleme beim Ton etc.). Wie man das erkennt, ist beim Mundstück erklärt.

Im Mundstückbereich geht es um hundertstel Millimeter, hier kann man ohne erhebliche Erfahrung und Ausbildung nichts ausrichten. Ein Mundstück mit Kratzer kann man neu vom Spezialisten abziehen lassen - dann ist es aber völlig verändert, und das ist auch teuer. Meist ist es günstiger, sich ein neues zu kaufen - es ist das am leichtesten neu zu bekommende Teil und auch am preiswertesten. Da man ohnehin ab und zu auf verschiedenen Bahnen spielen sollte, sollte man eigentlich immer ein Ersatzmundstück im Koffer dabei haben. Das sollte man mit einem aufgebundenen Blatt transportieren, so ist es am besten geschützt. Außerdem wickelt man das Mundstück noch in ein Tuch - etwas kleiner als ein Taschentuch.

Ölen - wie und wie oft?

Der Artikel von Martin Schöttle "Ertrunken im Öl" erläutert diese Fragen im Detail.

Wischer im Instrument steckengeblieben?

NIE mit harten, schon gar nicht mit spitzen Gegenständen im Instrument herumfuhrwerken! Scheren, Metallrohre und ähnliches sind die natürlichen Feinde der Bohrung! Jeder Kratzer im Instrument kann eine Katastrophe werden, denn am Kratzer sammeln sich Kondenswassertropfen und bilden sich Strömungswirbel - und das zerstört die Akustik.

Herausziehen ist besser als herausschieben, aber wenn es nicht anders geht, eine Stange aus weichem Holz nehmen, Die findet sich zum Beispiel im Baumarkt unter Bastelzubehör (Buche).

Achtung: im Oberstück (hinter der B / bzw. der Überblasklappe) befindet sich oft ein kleines, in die Bohrung hineinreichendes Röhrchen. Das ist meist der Grund, warum der Wischer steckenbleibt. Hat er sich daran verklemmt, hilft Gewalt in die gleiche Richtung kaum.

Wenn es schnell gehen muss und keine andere Möglichkeit bleibt: eine Gardinenstange hat die richtige Größe und ist oft in Einspielräumen von Konzertsälen zu finden. Von einem Lederwischer ein Stück abschneiden, oben über die Gardinenstange legen, Gummiband drum herummachen, vorsichtig schieben und beten, dass nichts schiefgeht.

Inhalt eines Erste-Hilfe-Koffers

  • Weinkorken zum Zustopfen (Dichtigkeitsprüfung)
  • Eine Ersatz-Blatt-Schnur (selbst wenn man eine Schraube benutzt - die Schnur tut's zur Not, das muss man aber mal ausprobieren - alternativ kann man natürlich auch eine Ersatz-Blattschraube einpacken)
  • Eine Sammlung Polster verschiedener Größen, eine Stange Siegellack, ein Feuerzeug und eine Kerze
  • Mehrere feine Schraubendreher
  • Eine kleine Dose mit den üblichen Schrauben
  • Ein Schleifwerkzeug (Nagelfeile oder Spatel mit feinem Schmirgelpapier)
  • Korkplatten 0,1mm, 1mm, 2 mm, ein Skalpell, eine kleine Tube Kontaktkleber (Pattex)
  • Ein paar Gummibänder



die-klarinetten.de